· Arjun Rai Gupta · Veranstaltungen · 4 Min. Lesezeit
Stakeholder-Treffen in der Schaufler Academy: Meilensteine im Projekt XR2ACH
Am 26. Januar 2026 versammelten sich die Partner des InnoVET PLUS-Projekts XR2ACH zu einem Stakeholder-Treffen in der Schaufler Academy in Rottenburg am Neckar, um den Stand der virtuellen Lernumgebungen vorzustellen und die Pilotphase im Handwerk vorzubereiten.

Am 26. Januar 2026 versammelten sich die Partner des InnoVET PLUS-Projekts XR2ACH zu einem intensiven Stakeholder-Treffen in der Schaufler Academy in Rottenburg am Neckar. Das Ziel des Treffens war es, den aktuellen Stand der virtuellen Lernumgebungen vorzustellen, zu evaluieren und die Weichen für die anstehende Pilotphase im Handwerk zu stellen.

Seit über einem Jahr arbeitet das Verbundprojekt unter der Koordination der Hochschule Karlsruhe (H-KA) gemeinsam mit der Hochschule Albstadt-Sigmaringen (HAS) und dem Virtual Dimension Center (VDC) an der Digitalisierung der Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik. Durch den Einsatz von Extended Reality (XR) sollen komplexe technische Abläufe – wie die Vorgänge im Inneren eines Verdichters – begreifbar gemacht und realitätsnahe Simulationen für die Berufsbildung geliefert werden.
Die zentralen Innovationsziele des Projekts sind:
- Entwicklung einer virtuellen Lernumgebung sowie praxisnaher Anwendungen für die Kälte- und Wärmepumpentechnik.
- Erprobung und Evaluation didaktischer Konzepte für eine effektive Umsetzung.
- Aufbau eines Kontakt- und Transferzentrums für den Einsatz von XR-Technologien in der Berufsbildung.
Technologie zum Anfassen: Von der Einzelanwendung zur Kollaboration
Das Treffen bot wertvolle Einblicke in die aktuelle Entwicklung sowohl der Singleplayer- als auch der Multiplayer-Applikationen. Während die H-KA den Fokus auf detaillierte Einzelszenarien wie die Lecksuche legt, präsentierte die Hochschule Albstadt-Sigmaringen (HAS) den Fortschritt der kollaborativen Umgebung.

- Präzision in der Simulation: Im Bereich der Lecksuche wurde die Darstellung des Blasennachweistests verfeinert. Hierbei legt das Projektteam Wert auf fachliche Präzision im Wording: Es wird klar zwischen der „Spraydose für den Blasennachweistest” und dem „Lecksuchspray zur Verwendung als Prüfspray” unterschieden.
- Kollaboratives Lernen: Die HAS entwickelt eine multiplayerfähige, hybride Lernumgebung auf Basis des Open-Source-Tools „Ubiq”. Hierbei wurden bereits verschiedene „Klassenzimmer-Szenarien” konzipiert, in denen Ausbilder und Auszubildende gemeinsam interagieren können, wobei Interaktionsrechte individuell gesteuert werden.
- Hardware & Steuerung: Neben der klassischen Controller-Steuerung der Meta Quest 3 wird intensiv an der Integration von Hand-Gestensteuerung und haptischem Feedback geforscht.
Nahtlose Integration in den Schulalltag
Ein entscheidender Faktor für die langfristige Nachhaltigkeit von XR2ACH ist die technische Anschlussfähigkeit an bestehende Bildungsstrukturen. Das Projekt setzt auf eine flexible, Cloud-basierte Infrastruktur, die nicht nur aktuelle Anforderungen erfüllt, sondern auch für zukünftige Erweiterungen offen bleibt.
Auch wenn die direkte Anbindung an ein Learning Management System (LMS) für viele Endnutzer aktuell nicht im Fokus steht, ist die Schnittstellen-Architektur des Projekts darauf ausgelegt. Durch den Einsatz von xAPI-Standards wird die infrastrukturelle Basis geschaffen, um XR2ACH bei Bedarf nahtlos in Systeme wie Moodle oder ILIAS zu integrieren. Das Projekt demonstriert diese Verbindungsmöglichkeiten exemplarisch. Damit wird sichergestellt, dass Fortschritte und Quiz-Ergebnisse perspektivisch direkt in gewohnte Verwaltungssysteme übertragen werden können. Diese Vorbereitung garantiert eine einfache Skalierbarkeit für größere Bildungseinrichtungen oder spätere Ausbaustufen.
Um die Hürden bei der Einführung zu senken, demonstriert das Projekt praktikable Wege für das Mobile Device Management (MDM) von XR-Hardware und stellt entsprechende Leitfäden bereit. Dies ermöglicht es Bildungseinrichtungen, die Geräteflotte effizient zu verwalten, Updates zentral auszurollen und einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Vom Labor in die Werkstatt: Ausblick und Transfer

Ein zentrales Ergebnis des Treffens ist die Planung der ersten Testphase mit Auszubildenden im Handwerk, die voraussichtlich zwischen der Kalenderwoche 9 und 13 stattfinden wird. Parallel dazu wird der Wissenstransfer durch das VDC aktiv vorangetrieben, um die Ergebnisse bundesweit zugänglich zu machen.
Im Rahmen der Projektplanung wurden gezielte Transferaktivitäten abgestimmt, um die Prototypen einem breiten Fachpublikum zugänglich zu machen. Dabei wurde die Präsenz auf maßgeblichen Fachmessen wie der Didacta 2026 in Köln, der XR Expo 2026 in Stuttgart sowie als thematischer Schwerpunkt auf der Chillventa 2026 in Nürnberg als zentrale Meilensteine fixiert.
Darüber hinaus wurden im Projektkonsortium gezielte Möglichkeiten diskutiert, die relevanten Zielgruppen über zusätzliche Veranstaltungsformate bei Partnerorganisationen zu erreichen. Durch diese dezentrale Ansprache – etwa im Rahmen von Innungstreffen, Fachverbandstagen oder Workshops bei Bildungspartnern – wird sichergestellt, dass die Projektergebnisse direkt in die Breite der Branche getragen und im Dialog mit der Praxis evaluiert werden können.
Wir bedanken uns herzlich bei der Schaufler Academy für die Gastfreundschaft sowie bei allen Partnern – von der Landesinnung Kälte-Klima-Technik bis zum TWK-Karlsruhe – für den konstruktiven Austausch.



